Die archäologischen Ausgrabungen in Troja

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Ausgrabungen in TrojaTroja wurde in der Antike vor allem durch Homers Werk Ilias und der Beschreibung des Trojanischen Krieges bekannt. Noch bis in die Spätantike wurden die sagenhaften Helden und die Stadt Troja verehrt. Mit Beginn des Mittelalters geriet Troja mehr und mehr in Vergessenheit, bis vor etwa zwei Jahrhunderten Archäologen wieder auf die sagenumwobene Stadt aufmerksam wurden. Die Lage und die Existenz Trojas waren lange umstritten, die Mehrheit der Altertumswissenschaftler geht jedoch mittlerweile davon aus, dass der entdeckte Ort namens Hisarlik tatsächlich das Troja aus Homers Ilias ist.

Auf der Suche nach der sagenumwobenen Stadt

Schon ab 1750 begann die Suche nach Troja. Anhand von Abbildungen in Alexander Popes Ilias-Übersetzung versuchte man die Reste der Anlage zu lokalisieren. Der unscheinbare Hügel von Hisarlik in der Troas Ebene wurde am Ende als Ort des historischen Troja identifiziert. Bis ins Jahr 1824 verdichteten sich die Hinweise, dass sich in Hisarlik Homers Troja befindet. Die Beschreibungen wurden in den folgenden Jahrzehnten noch fundierter. Damals gehörte ein Teil des Hügels einem englischen Großgrundbesitzer. Nachdem der Kauf des restlichen Hügels misslang unternahm der jüngste Sohn der Familie zwischen den Jahren 1863 und 1865 selber kleine Probegrabungen. Die Grabungen beeindruckten ihn so sehr, dass er überzeugt war auf den Resten Trojas zu stehen.

Entdeckungen bis ins 5. Jahrhundert v. Chr.

Im Jahr 1868 begab sich der deutsche Archäologe Heinrich Schliemann als erster in die Troas Ebene. Erst nach ergebnislosen Suchen an anderer Stelle und einem verpassten Schiff lernte er den Großgrundbesitzer kennen, der ihn davon überzeugen konnte, dass Troja unter dem Hügel von Hisarlik verborgen liegt. 1873 wurde Troja, aufgrund eines gefundenen Goldschatzes, als wieder entdeckt erklärt. Ob es sich bei dem Goldschatz tatsächlich um einen Schatz aus Troja handelte ist zu bezweifeln, da der Schatz wohl um 1000 Jahre älter war als zu Beginn angenommen. Weitere Ausgrabungen konnten in Erfahrung bringen, dass Troja schon ab 3.000 v. Chr. bis hinein in die Spätantike von Menschen besiedelt war. Spuren weisen darauf hin, dass das Gebiet sogar schon im 5. Jahrtausend v. Chr. besiedelt war.

Zahlreiche veränderte Versionen von Troja

In zahlreichen Ausgrabungen wurden bis heute schon mehr als zehn Schichten der Siedlung entdeckt, vereinfacht Troja I bis Troja X genannt. Troja I lag noch direkt am Meeresstrand, die Troja II Zitadelle umfasste schon 9.000 Quadratmeter. Bei Troja IV hatte sich die Größe schon verdoppelt und bei Troja VI betrug die Fläche der Anlage 50.000 Quadratmeter. Die Ähnlichkeiten der Anlagen mit Homers Ilias waren gegeben, welches Troja aber das von Homer beschriebene war, steht nicht fest. Auch ob es tatsächlich einen trojanischen Krieg gegeben hat und ob Homers Werk überhaupt als Quelle für historische Ereignisse dienen kann, bleibt umstritten.

18 jährige Grabungsserie geht zu Ende

Bis 1988 befassten sich die Grabungen fast nur auf die Oberstadt. Im Jahr 1992 konnte auch eine große Unterstadt unterhalb der Burg entdeckt werden. Bei den aktuellen Grabungen werden immer größere Teile der Unterstadt erforscht. Nun soll die 18 jährige Grabungsserie zu einem Abschluss gebracht werden. Troja wurde 1998 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und vor den Toren soll noch ein Museum gebaut werden.

Bild stammt von: aka111 – Fotolia.com

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